„6 7“ – was hinter dem aktuellen Jugend-Meme steckt

„6 7“ – was hinter dem aktuellen Jugend-Meme steckt

Vielleicht haben Sie es auch schon erlebt: Kinder rufen plötzlich „Six Seven!“, oft völlig aus dem Zusammenhang gerissen – im Unterricht, auf dem Schulhof oder zuhause. Dazu kommt manchmal eine auffällige Handbewegung, bei der die Hände abwechselnd nach oben und unten gehen. Was steckt dahinter?

Die kurze Antwort: nicht viel – und genau das ist der Punkt.

Was bedeutet „6 7“?

„6 7“ (auch geschrieben als „6-7“, „67“ oder englisch „Six Seven“) ist ein aktuelles Internet-Meme aus der Jugendsprache. Es hat keine konkrete Bedeutung im klassischen Sinne. Stattdessen funktioniert es als "Insiderwitz" und Erkennungszeichen unter Kindern und Jugendlichen.
Das Meme wird oft einfach gerufen, ohne Bezug zur Situation. Gerade diese Inhaltsleere macht den Reiz für die Kinder aus – vor allem, wenn Erwachsene irritiert reagieren.

Woher kommt der Trend?

Ausgangspunkt war ein Song des US-Rappers Skrilla, in dem die Worte „Six Seven“ im Refrain vorkommen. Über Social-Media-Plattformen wie TikTok verbreiteten sich kurze Videos, häufig aus dem Basketball-Umfeld, in denen Jugendliche laut „Six Seven“ rufen und dabei die typische Handbewegung machen.

Von dort aus wanderte der Trend rasant auf Schulhöfe weltweit.

Die typische Arm- und Handbewegung, die andeuten soll, dass man gerade abwägt (zwischen 6 und 7...).

Warum ist das für Kinder so wichtig?

Für viele Kinder und Jugendliche ist „6 7“ eine Art Code:

Wer ihn kennt und benutzt, zeigt Zugehörigkeit zur Gruppe und signalisiert, dass man „online“ und trendbewusst ist. Das Meme wird als Running Gag eingesetzt, um zu lachen, andere anzustecken oder Erwachsene bewusst ratlos zurückzulassen.

Gerade diese Abgrenzung nach außen ist ein typischer Bestandteil jugendlicher Medienkultur.

Muss man sich Sorgen machen?

Nein.
„6 7“ ist weder eine Beleidigung noch steckt ein problematischer oder sexueller Hintergrund dahinter. Es handelt sich um ein harmloses, inhaltsleeres Meme mit sozialer Funktion. Für Erwachsene kann es anstrengend sein, für Kinder erfüllt es vor allem den Zweck von Gemeinschaft und Spaß.

Vergleichbar ist das mit früheren Trends und Schlagwörtern wie „YOLO“ oder anderen kurzlebigen Internetphänomenen.

Wie können Eltern damit umgehen?

Statt zu verbieten oder abzuwinken, hilft oft echte Neugier:

Ein einfaches „Was findet ihr daran so lustig?“ oder „Zeig mir mal, woher das kommt“ kann ein Gespräch öffnen. So lassen sich Themen wie Mediennutzung, Gruppendynamik und Online-Trends ganz nebenbei ansprechen – ohne erhobenen Zeigefinger.

Wie viele Jugendtrends wird auch „6 7“ vermutlich wieder verschwinden. Bis dahin gilt: nervig vielleicht, gefährlich nein.